BIM einfach erklärt: Was das ist, welche Arten es gibt und was Adlerwind liefert

Was ist BIM?
BIM (Building Information Modeling) ist nicht einfach eine hübsche 3D-Visualisierung. BIM ist ein digitales Informationsmodell, in dem jedes Bauteil (Wand, Fenster, Fassade, Dämmung, Dach, Technik) nicht nur eine Form hat, sondern auch Daten.
Ein BIM-Modell enthält typischerweise:
- •Geometrie (Form, Maße, Lage)
- •Eigenschaften (Materialien, Klassen, Parameter)
- •Beziehungen (Anschlüsse, Überschneidungen, Bauteil-Logik)
und dient als Grundlage für Planung, Koordination, Ausführung und Dokumentation.
Kurz gesagt: BIM reduziert Fehler, beschleunigt Abstimmungen, macht Mengen/Leistungen transparent und ersetzt „ungefähr" durch belastbare Zahlen.
BIM-Arten in der Praxis
1) Nach Modelltyp
- •As-Designed (Planungsmodell): Modell „wie geplant" in der Entwurfs-/Planungsphase.
- •As-Built (Bestands-/Ist-Modell): Modell „wie gebaut", basierend auf dem tatsächlichen Zustand.
- •Scan-to-BIM: BIM, erstellt aus Messdaten (Laserscanning/Drohne/Photogrammetrie) statt „nach Gefühl" konstruiert.
2) Datenaustausch: openBIM vs. native Formate
- •openBIM: Austausch über offene Standards (zentral ist hier IFC).
- •Native Formate: Arbeit innerhalb einer Software (z. B. Revit), effizient, aber an Tool/Versionen gebunden.
Was ist eine Punktwolke?
Eine Punktwolke (Point Cloud) ist das Ergebnis einer Vermessung, bei der ein Objekt durch Millionen oder Milliarden 3D-Punkte beschrieben wird. Jeder Punkt hat Koordinaten (X, Y, Z), oft Farbe (RGB) und manchmal Intensitätswerte (bei LiDAR).
Punktwolken sind die digitale Realität als Grundlage für:
- •Bestandspläne und Aufmaße
- •Fassaden- und BIM-Modelle (Scan-to-BIM)
- •Abweichungsanalysen (Soll/Ist-Vergleich)
- •Volumen- und Massenberechnungen
- •Baufortschrittsdokumentation
Wie entsteht eine Punktwolke?
- •Laserscanning (LiDAR): sehr stabil und schnell in der Geometrie.
- •Photogrammetrie (Drohne/Kamera): Genauigkeit hängt stark von Methode, RTK/GCP, Licht und Oberfläche ab, liefert dafür oft sehr gute Textur.
- •Kombination: häufig der beste Weg, um „blinde Zonen" zu vermeiden (z. B. Fassade unten + Dach/obere Bereiche per Drohne).
Typische Datenformate
LAS/LAZ, E57, PLY, XYZ u. a. (je nach Software und Workflow des Kunden).
IFC und RVT: Was ist der Unterschied?
IFC
IFC (Industry Foundation Classes) ist ein offenes Austauschformat für BIM-Daten. Es ermöglicht Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Beteiligten und Software-Systemen, ohne dass alle im gleichen Tool arbeiten müssen.
IFC ist sinnvoll, wenn wichtig sind:
- •Kompatibilität zwischen Gewerken/Partnern
- •Langfristige Archivierung
- •Unabhängigkeit von einem Hersteller
RVT (Revit)
RVT ist das native Dateiformat von Autodesk Revit. Ideal, wenn der Kunde vollständig in Revit arbeitet und maximale „Nativität" braucht (Familien, Parameterlogik, Revit-Workflows).
Bei ernsthaften Projekten liefern wir oft IFC und RVT, abhängig vom Auftrag.
Detaillierung und Genauigkeit: Nicht verwechseln
Das sind zwei unterschiedliche Fragen, die im Projekt sauber getrennt werden müssen.
1) Detaillierungsgrad (LOD / LOI)
LOD (Level of Development) beschreibt, wie weit ein Bauteil geometrisch und modelllogisch ausgearbeitet ist.
LOI (Level of Information) (teils separat geführt) beschreibt, welche Attribute und Dokumente am Bauteil hängen (Material, Hersteller, Produktdaten, Brandschutzklassen etc.).
2) Genauigkeit (z. B. LOA / Vermessungstoleranzen)
Das ist die Frage: Wie nah ist das Modell bzw. die Punktwolke an der Realität?
Relevant sind:
- •Messgenauigkeit (wie erfasst wurde)
- •Modellierungsgenauigkeit (wie präzise aus der Punktwolke interpretiert wurde)
- •Georeferenzierung (Koordinatensystem, Einpassung, Lagebezug)
In sauberen Projekten wird Genauigkeit im Leistungsverzeichnis/Lastenheft definiert, nicht „nach Augenmaß".
Unsere Leistungen bei Adlerwind
Wir liefern die komplette Kette von der Erfassung bis zur BIM-Übergabe, inklusive sauberer Datenstruktur und nachvollziehbarer Qualität.
1) Erfassung & Vermessung
- •Drohnen-Erfassung (Photogrammetrie, bei Bedarf RTK/PPK)
für Orthofotos, 3D-Modelle, Dächer, obere Fassadenbereiche, schwer zugängliche Zonen. - •Terrestrisches 3D-Scanning / LiDAR
für präzise Fassadengeometrie, Sockel, Eingangsbereiche, Innenhöfe und kritische Details. - •Kombinierte Erfassung
wenn ein Objekt vollständig und ohne „Datenlöcher" abgebildet werden muss.
2) Typische Deliverables
- •Punktwolken (für Scan-to-BIM, CAD, Abweichungsanalysen)
- •Orthofotos / Orthomosaike, DSM/DTM
- •Texturierte 3D-Meshes für Präsentation und Abstimmung
- •Mengen/Volumen/Flächen (z. B. Erdarbeiten, Aufschüttungen, Baugruben)
- •Baufortschritt & Vergleich von Bauphasen
3) BIM & Scan-to-BIM
- •BIM-Modelle aus Punktwolken (Scan-to-BIM)
- •Fassaden-BIM-Modelle für Dämmung/Verkleidung (Perimeter, Öffnungen, relevante Bauteile nach Auftrag)
- •Export in IFC und/oder RVT sowie weitere Formate nach Bedarf
4) Qualität & saubere Übergabe
- •Klare Abstimmung von LOD/LOI und Genauigkeitsanforderungen im Vorfeld
- •Modellstruktur nach Kundenprozess (nicht „irgendwie")
- •Datenhandling passend zu professionellen Projektanforderungen (bei Bedarf DSGVO-konform)
Typischer Ablauf
Ziel, Umfang, Ausgabeformat (IFC/RVT), LOD/Genauigkeit.
Drohne / Scan / Kombination.
Registrierung, Bereinigung, Zusammenführung, Kontrolle.
BIM nach tatsächlicher Aufgabenstellung, nicht „alles auf einmal".
Modell + Datenpaket + Dokumentation der Inhalte und Toleranzen.
Quellen
- 1.buildingSMART International: Industry Foundation Classes (IFC) – buildingsmart.org
- 2.buildingSMART: openBIM Definition – buildingsmart.org
- 3.BIMForum: Level of Development (LOD) Specification – bimforum.org
- 4.ASPRS: LAS File Format Exchange Activities – asprs.org
- 5.libE57: E57 Point Cloud Format – libe57.org
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