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BIM in Deutschland 2025–2026: Neue Standards, härtere Anforderungen – was Architekten und Planer jetzt wissen müssen

BIM-Standards in Deutschland 2025–2026

BIM ist in Deutschland aus der Pilotphase raus. Bei öffentlichen Aufträgen und Infrastrukturprojekten wird BIM zunehmend als Baseline erwartet – nicht als Nice-to-have. Und damit verschiebt sich auch, was Auftraggeber unter „BIM-fähig" verstehen.

Das Wort „BIM" im Angebot reicht nicht mehr. Entscheidend sind konkrete Standards, klar definierte Anwendungsfälle und messbare Anforderungen an den Informationsaustausch.

Was sich im Projektalltag verschiebt

In Ausschreibungen und Verträgen wird heute stärker geprüft, wie Informationsmanagement und Datenaustausch organisiert sind – nicht nur, ob „ein Modell" existiert. Das betrifft Rollen, CDE-Strukturen, Übergabepunkte und Prüfkriterien.

Der BIM-Abwicklungsplan (BEP/BAP) wird zunehmend vertraglich relevant: Was wird wann in welcher Qualität geliefert? Und wie wird abgenommen?

Normen und Standards: was sich aktualisiert

Im Zentrum steht weiterhin DIN EN ISO 19650 (Teile 1–5) als Rahmen für das Informationsmanagement mit BIM. Besonders wichtig ist Teil 4 (Informationsaustausch) in der aktuellen deutschen Ausgabe 2023-06. Diese Norm beschreibt Prozesse und Kriterien für Entscheidungspunkte beim Informationsaustausch.

In der Praxis heißt das: Nicht „wir liefern IFC" ist die Aussage, sondern:

  • Welche Informationen (Modelle, Attribute, Dokumente) werden geliefert?
  • Wann (Meilensteine, Übergaben)?
  • In welchem Status?
  • Nach welchen Prüfkriterien wird der Austausch akzeptiert?

Roadmaps: woran Auftraggeber ihre Checklisten ausrichten

Die Normungsroadmap BIM setzt den Rahmen für die strategische Standardisierung und zeigt, welche Voraussetzungen für die breite Anwendung in der Praxis relevant sind.

Parallel dazu definiert die Normungsroadmap Bauwerke 2024 den Kurs für die gesamte Branche – einschließlich der stärkeren Digitalisierung des Bauens.

VDI 2552 und Anwendungsfälle als Vertragswährung

Die Arbeit mit BIM-Anwendungsfällen (Use Cases) wird systematischer. BIM Deutschland beschreibt sie explizit als Grundlage für die VDI/DIN-Empfehlungen.

Die VDI/DIN-EE 2552 Blatt 12.2 (03/2024) standardisiert Metadaten zur Identifikation von BIM-Anwendungsfällen – damit diese strukturiert abgelegt, gefunden und in Verträgen referenziert werden können.

Das Wichtigste – kurz und umsetzbar

In Verträgen und im BEP/BAP konkret referenzieren:

  • DIN EN ISO 19650 (Teile 1–5)
  • VDI 2552 / VDI/DIN-Empfehlungen zu Anwendungsfällen und Metadaten

Im BEP/BAP festhalten:

  • Welche Anwendungsfälle gelten
  • Welche Informationslieferungen wann erwartet werden
  • Wie Qualität und Abnahme objektiv geprüft werden – nicht „sieht gut aus", sondern prüfbar

Kostenfreier 15-Minuten-Check

Sie bereiten gerade ein Projekt vor – Sanierung, Dachausbau, Fassade, Bestandsaufnahme? Wir machen einen kurzen Check:

  • Welche Use Cases sind wirklich nötig?
  • Welche Lieferobjekte (IFC/RVT/2D) sind sinnvoll?
  • Welche Übergaben und Prüfkriterien sparen Ihnen Nachmessungen und Korrekturschleifen?

Schreiben Sie uns mit 2–3 Stichpunkten zu Ihrem Projekt (Objekttyp, grobe Größe, gewünschter Output).

Quellen

  1. 1.DIN EN ISO 19650-4, Ausgabe 2023-06 – dinmedia.de
  2. 2.VDI/DIN-EE 2552 Blatt 12.2 (03/2024) – vdi.de
  3. 3.BIM Deutschland: Überblick BIM-Anwendungsfälle – bimdeutschland.de
  4. 4.DIN: Normungsroadmap BIM – din.de
  5. 5.DIN: Normungsroadmap Bauwerke 2024 – din.de
  6. 6.Bundesministerium für Digitales und Verkehr: BIM und Normungsroadmap – bmdv.bund.de

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